Der digitale Flaneur – Wissen bedeutet eingrenzen und ausgrenzen

Die genaueste Landkarte ist die, die so groß ist wie das Land, das sie zeigen soll. Und digital ist es noch größer weil alles in Bewegung ist und ununterbrochen sich neu entwickelt.

Kann man das alles dokumentieren?

Natürlich nicht und der Sinn einer Landkarte besteht ja auch darin, das zu sehen, was man vor Ort im Detail nicht sehen kann.

Der Wechsel als Ergebnis ist das Geheimnis. Konkret vor Ort mit der Landkarte das Ganze sehen lernen, wenn es gelingt.

Früher gaben die Leitmedien die Trends vor. Das gibt es heute so gut wie nirgendwo mehr. Und selbst Fachzeitschriften werden ja nicht von allen dieses Faches gelesen, weil vieles eine Frage des Geldes ist, um es lesen zu können.

So bleibt das, was gratis ist, meistens übrig. Das muß nicht schlecht sein.

Aber ich habe immer wieder Phasen, wo ich feststelle, wie groß die Welt ist und wie klein meine Wahrnehmung.

Der Trichter ist heute digital immer eine Suchmaschine.

Nur was ich dort finde, ist für mich überhaupt vorhanden, wenn ich nicht noch auf Bücher zurückgreife, die oft digital gar nicht da sind.

Suchmaschinen sind kommerziell orientiert: was für ihre Werbung relevant ist wird gezeigt. Was sie als relevant ansehen wird durch SEO und Computerprogramme bestimmt.

Damit weiß ich, daß ich sehr eingeschränkt werde.

Dann suche ich auf Deutsch. Damit fällt alles weg, was nicht aus dieser Sprache ist.

Wenn ich auf Englisch suche, wird alles so viel mehr, daß meine Zeit nicht mal mehr für die Suche ausreicht.

Da lernt man seine Grenzen kennen, so daß man spätestens dann eingrenzen muß.

Danach versuche ich Themen, die mal in mehreren Medien waren oder eben noch nie da waren, niederzuschreiben und digital zu publizieren, damit man einen Blick darauf werfen kann.

Und dann weiß ich dabei, daß dies mit dem Mut zur Lücke geschehen muß, weil es einfach unendlich viel ist.

Ich bewege mich total zwischen Wissenschaft und Lebenspraxis.

Dabei darf ich nicht daran denken, daß es ja noch mehr außerhalb der Suchmaschinen gibt.

Und so stehe ich dann wieder mit meinem kleinen Eimer am Ozean des digitalen Wissens.

Und wenn ich den Eimer abstelle, lebe ich analog.

Damit erlebe ich und lebe ich zwei Welten. Ohne die digitale Welt würde es gehen, ohne die materielle Welt nicht.

Und weil die Lebenszeit so kurz ist endet dieser Text hier.

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