1998 bis 2018 oder vom Bildermonat über die Dokumentarfotografie zur Flaneur Fotografie

Eigentlich war es immer der Versuch mit Notwendigkeiten besser umzugehen.

  • Weil ich nicht richtig fotografieren konnte aber dokumentieren wollte mit mehr als Worten, kam ich zur Fotografie. So fand ich Henri Cartier-Bresson. Er wurde mein wichtigster Lehrer.
  • Weil die Welt damals gerade digital wurde, dokumentierte ich dann meine Versuche mit digitalen Fotos und schrieb so rückblickend auch Geschichte auf.
  • Weil ich soziale Entwicklungen dokumentierte, entdeckte ich immer mehr die Kamera als Werkzeug zur Entdeckung der Welt. So nutzte ich sie auch regional und emotional.
  • Weil es immer mehr und immer bessere Digitalkameras gab und Fotos immer mehr Bedeutung als Kommunikationsmittel erhielten, fragte ich mich, was hier geschieht und schrieb über Fotografie. So stieß ich auf die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie und Pierre Bordieu. Durch Henri Cartier-Bresson lernte ich die visuelle Grammatik kennen und durch Pierre Bordieu lernte ich das Verstehen der sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie in der Welt.
  • Weil ich dann einfach weitermachte, setzte ich mich in ein Verhältnis zur Welt und zur eigenen Lebenszeit.
  • Weil ich mich damit aber zwischen alle Stühle setzte und weder eine akademische Lobby noch ein Netzwerk hatte, analysierte ich meine Situation mit den Werkzeugen der Sozialwissenschaften, ordnete ein als Historiker und beobachtete philosophisch mit Camus, Fromm, Marx, Seneca und Schopenhauer: Das Sein bestimmt das Bewußtsein und das Bewußtsein erkennt manchmal das Sein.
    Kann man damit leben, wenn man zu den Verlierern der sozialen Anerkennung und den materiell Armen gehört und es kein gesellschaftliches Bewußtsein für verbessernde soziale Veränderungen gibt? Damit zu leben ist dann der Selbstversuch. So lebe ich weiter mit der Fotografie weil ich ein Kind dieser Welt bin und mit Büchern, weil es ohne gute Schriften nicht weitergeht, die die Gegenwart in Worte fassen. Mit dem Blick des Dokumentarfotografen mache ich nun weiter und mit dem Verstand des Historikers und Zeitgenossen versuche ich auf der Welt zu sein,
  • weil ich keine andere Wahl habe, wenn ich leben will.

 

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